FaP - was ist das eigentlich?

FaP ist der Führerschein auf Probe

FaP ist gleich ASF und Nachschulung

  • Jedenfalls kein Provisorium, sondern 
  • ein Führerschein, der lebenslange Gültigkeit besitzt.
  • Doch während einer Probezeit, die mit der Erteilung der ersten Fahrerlaubnis in den Klassen A, A1 oder B beginnt (für die Klassen M, L und T gibt es keine Probezeit), sollen die Fahranfänger besonders vorsichtig und verantwortungsvoll Erfahrungen sammeln. 
  • Das hat seinen guten Grund, denn seit Beginn der 70er Jahre zeigen die Daten der amtlichen Unfallstatistik eine weit überdurchschnittliche Unfallbeteiligung der jungen Fahranfänger. 
  • Der Führerschein auf Probe soll neben einer Reihe anderer Maßnahmen auch dazu beitragen, junge Fahrerinnen und Fahrer vor schwerem Schaden zu bewahren, der sich für ihr ganzes weiteres Leben nachteilig auswirken könnte.

 

Was also hat es auf sich mit dem Probeführerschein?

  • Angenommen ein junger Fahrer fährt bei Rot über eine Kreuzung und erhält eine Anzeige. 
  • Die Folge ist ein Bußgeldbescheid, der nach Rechtskraft beim Kraftfahrtbundesamt registriert wird.
  • Gleichzeitig erhält die Führerscheinbehörde eine Benachrichtigung über diesen Verkehrsverstoß. 
  • Fahren bei Rot ist eine jener Ordnungswidrigkeiten (umseitig findet sich eine Auflistung aller in diesem Zusammenhang in Betracht kommenden Verstöße), die auch bei nur einmaliger Begehung dann zu Maßnahmen der Behörde führt, wenn ein Bußgeld von mindestens 40Euro verhängt wurde.

 

Aufbauseminar für Fahranfänger (ASF)

 

  • Die Behörde ist gesetzlich verpflichtet, z.B. gegen den "Rotfahrer" die Teilnahme an einem Aufbauseminar bei einem hierfür speziell ausgebildeten Fahrlehrer anzuordnen. 
  • Das Aufbauseminar muss innerhalb einer bestimmten Frist besucht und abgeschlossen werden. 
  • Bei Nichtteilnahme muss die Behörde die Fahrerlaubnis entziehen.

 

Inhalt und Umfang des Aufbauseminars

 

  • Das Aufbauseminar ist keineswegs eine Art Fortsetzung des Fahrschulunterrichts, also kein "Nachsitzen". 
  • Die Teilnehmer sollen vielmehr durch aktiven Erfahrungsaustausch und gemeinsamen Analysen ihres bisherigen Verhaltens lernen, wie sie Unfallrisiken künftig vermindern können. 
  • Der Kurs ist in Gruppen von mindestens 6 und höchstens 12 Teilnehmern durchzuführen; er umfasst 4 Sitzungen von jeweils 135 Minuten Dauer und eine Fahrprobe von 45 Minuten (30 Minuten reine Fahrzeit) und muss innerhalb von 4 Wochen abgeschlossen werden.

 

Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre

 

  • Die Anordnung eines Aufbauseminars führt zu einer Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre.             

 

Weitere Maßnahmen


  • Kommt es innerhalb der Probezeit und nach Teilnahme an einem Aufbauseminar zu einem weiteren schwerwiegenden oder zwei weniger schwerwiegenden Verstößen, wird die Behörde eine schriftliche Verwarnung zusenden und dem Betroffenen nahe legen, innerhalb von zwei Monaten an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen.
  • Wird dieser Aufforderung nicht Folge geleistet oder kommt es dennoch zu einer erneuten Auffälligkeit, muss die Behörde die Fahrerlaubnis entziehen.
  • Die Neuerteilung des Führerscheins ist dann frühestens nach 3 Monaten möglich. Dabei kann die Behörde von einer erneuten Führerscheinprüfung absehen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass die erforderlichen Kenntnisse noch vorhanden sind. Wenn jedoch seit Entziehung der Fahrerlaubnis mehr als 2 Jahre verstrichen sind, ist auf jeden Fall eine erneute Führerscheinprüfung erforderlich.